Menschen, die nicht ohne Auto auskommen können
In der Stadt, wo alle Einkaufsmöglichkeiten und anderen wichtigen Orte relativ nah sind, kann man durchaus auf ein Auto verzichten. Die bewusste Entscheidung gegen ein eigenes Fahrzeug ist aber natürlich auch hier nicht leicht, da man sich auf die öffentlichen Verkehrsmittel und sein Fahrrad verlassen muss und damit nicht mehr so flexibel ist, wie mit einem eigenen Auto, in das man einsteigt und losfährt, was immer auch gerade anliegt. Kein Warten auf die nächste Bahn, den nächsten Bus; sieht man die Städte einmal genauer an, wird man feststellen, dass es nicht viele Menschen gibt, die auf das Auto verzichten wollen. Eigentlich würden auch kleine Fahrzeuge in den Städten durchaus ausreichen, doch sieht man hier ebenso viele Kombis, wie Kleinwagen.
In den ländlichen Gegenden ist die Versorgung durch öffentliche Verkehrsmittel oft mehr als schlecht. Wenn überhaupt fährt eine Buslinie am Tag vorbei; verpasst man diese oder kann man bezüglich Arbeitsbeginn oder Ladenöffnungszeiten mit der Abfahrtszeit nicht viel anfangen, hat man schon ein größeres Problem. Wer in einem kleinen Weiler lebt, in dem es vielleicht vor 40 Jahren noch einen Kramerladen, seither aber keinerlei Wirtschaft gibt, muss schon für kleinere Besorgungen mehrere Kilometer zurücklegen. Wer da nicht viel Zeit und Muskelkraft für den Drahtesel hat, kommt ohne ein Auto schon hier nicht mehr klar. Ein Einkauf für eine Familie mit zwei Kindern ist hier schon gar nicht mehr zu bewältigen, denn ein Fahrrad oder auch motorisiertes Zweirad hat hier nicht so viel Stauraum, um alles heimzubringen. Zudem sind die nächsten Supermärkte hier oft zehn und mehr Kilometer entfernt. Mit Arztterminen verhält es sich ähnlich: Aus einsamen Gegenden heraus ist oft der Weg zum Hausarzt eine längere Strecke mit dem Auto; noch mehr wird das Thema Verzicht aufs Auto ein Problem, wenn Spezialisten aufgesucht werden.